Ligue des Bibliothèques Europeénnes de Recherche, Groupe des Cartothécaires de LIBER


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Grussadresse

Franz Kroller, President of LIBER, Universitätsbibliothek Graz, Direktor

© LIBER and author
Published from: Bulletin Ligue des Bibliothèques Europeénnes de Recherche, 37(1990)


Als Präsident der Ligue des Bibliotheques Européennes de Recherche freut es mich ganz besonders, die LIBER-Gruppe der Kartenkuratoren anläßlich ihrer 5. Tagung, die diesmal in meinem Heimatland stattfindet, begrüßen zu dürfen. Die Gruppe der Kartenkuratoren zählt zu den zahlenmäßig größten unserer Sektionen, und sie ist außerdem auch eine der fleißigsten und effektivsten. Sie manifestiert damit besonders anschaulich die weitgespannten Zielvorstellungen von LIBER. Lassen Sie mich daher bei dieser Gelegenheit ein paar Worte über die gegenwärtige Situation, aber auch über die Zukunftsaussichten der europäischen Bibliotheken sagen und parallel dazu auch die Aufgaben von LIBER umreissen.

Bibliothekarische Zusammenarbeit in Europa gibt es seit 1880, und seit geraumer Zeit bemühen sich die Regierungen verstärkt um den Unterhalt der wissenschaftlichen Bibliotheken. Im Zeitalter der fortschreitenden politischen und wirtschaftlichen Integration erscheint auch eine Gemeinschaft der Wissenschaften und eine Zusammenlegung geistiger Resourcen auf europäischer Ebene unabdingbar. Der Europarat unterstützt neue Informationstechnologien, nachdem unser Kontinent, was technische Entwicklungen und Zusammenarbeit der Bibliotheken anbelangt, noch immer hinter Nordamerika zurücksteht. Es ist eine Hauptaufgabe von LIBER (aber auch von anderen Institutionen, wie Europarat, EG, Cultural Foundation) die Voraussetzung für ein Aufholen der europäischen Bibliotheken zu schaffen. Viele Probleme warten auf ihre Lösung: einheitliche Katalogisierungsregeln, Klassifikation, im EDV-Bereich kompatible Hardware und Software. Weitere LIBER-Projekte sind u. a. ein europäisches Register von Mikrofilm Masters, etwa ein Handbuch der bibliothekarischen Netzwerke in Europa und Richtlinien für die retrospektive Konversion von Katalogen. Auf dem Gebiet der Bibliothekskooperation sollte für die Erreichung eines Netzwerks ein internationales Austauschformat (UNIMARC) sowie ein europäischer Index der Bücherpreise erarbeitet werden. Zur Lösung künftiger Konservierungsprobleme müßte dringend wirklich säurefreies Papier entwickelt und angewendet werden. Gleichgeartete Themenkreise behandelt weltweit die IFLA, etwa die Universal Bibliographic Control (UBC), die International Standard for Bibliographic Description (ISBD) und Universal Availability of Publications (UAP). Natürlich pflegt LIBER einen intensiven Gedankenaustausch mit ihrer universell ausgerichteten Schwesterorganisation. Dies wird schon dadurch erleichtert, daß viele ihrer Mitglieder auch der IFLA angehören. Bedeutung und Möglichkeiten der Bibliotheken sind jedenfalls im Rahmen der europäischen Integration im Wachsen.

Bei LIBER spielen die Vertreter von Spezialsammlungen und Spezialbibliotheken eine wichtige Rolle. Ihnen bleibt es vorbehalten, auf die Besonderheiten ihrer jeweiligen Institutionsform hinzuweisen und theoretische Grondlagen für die Administration ihres Sammelguts zu schaffen. Aus diesem Grund findet die Arbeit der Mapcurator Group die besondere Aufmerksamkeit von LIBER, und wir sind schon sehr gespannt auf die Ergebnisse dieser Wiener Tagung, zu der ich Ihnen einen vollen Erfolg wünsche.


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