Ligue des Bibliothèques Europeénnes de Recherche, Groupe des Cartothécaires de LIBER


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SSG-FRACHINFORMATION IM INTERNET - DARGESTELLT AM BEISPIEL DES SSG 28.2 "ANGEWANDTE KARTEN"
Mechthild Schüler, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Germany

© LIBER and author
Published from: LIBER Quarterly, the journal of European research libraries, ISSN 1435-5205, Vol. 8(1998), No 2. With permission from K.G. Sa ur Verlag, Munich, Germany
E-mail: Mechthild Schüler


Einleitung
Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen ist als Sondersammelgebietsbibliothek für die Sondersammelgebiete SSG 13 (Geologie, Mineralogie, Petrologie und Bodenkunde), 14 (Geographie), 16.3 (Geophysik) und 28.2 (Thematische Karten) in das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte System der überregionalen Literaturversorgung eingebunden. Aufgrund dieser Funktion führt sie derzeit das DFG-Projekt 'SSG-Fachinformation im Internet' durch. Am Beispiel der Geowissenschaften und der Reinen Mathematik wird ein WorldWideWeb-basiertes Fachinformationssystem aufgebaut, das auch durch andere Bibliotheken für ihre SSG nutzbar sein soll. Mit dem hier vorgestellten Projekt wird ein elektronischer Fachinformationsführer erstellt, der dem Nutzer durch fachlich-formale Gliederung und qualitative Bewertung eine hohe Effizienz bei seiner Suche im World-WideWeb nach fachrelevanten gedruckten, offline oder online Informationsquellen ermöglichen soll.

Die Kartensammlung - ein geographisches Informationszentrum?
Eine der zentralen Aufgaben von Kartensammlungen besteht darin, dem Wissenschaftler und einer interessierten Öffentlichkeit die Informationen zugänglich zu machen, die diese benötigen um Fragen zu raumrelevanten Sachverhalten beantworten zu können.

In der traditionellen Kartensammlung stehen dem Benutzer in erster Linie zahlreiche topographische und thematische Karten in konventioneller Form, Luft- und Satellitenaufnahmen und dazugehörige Erläuterungen zu Verfügung.
Seit einigen Jahren werden sowohl von privatwirtschaftlichen als auch von öffentlichen Einrichtungen umfangreiche raumbezogene Datenbestände in digitaler Form zusammengetragen. Dazu kommen Archive digitalisierter Karten, die aus Gründen der besseren Nutzung oder der Konservierung digitalisiert zur Verfügung gestellt werden. Zum Informationsangebot gehören auch geowissenschaftliche, statistische und andere topologisch strukturierte Faktendatenbestände.
Dazu kommt das Internet: Das WorldWideWeb (WWW) ist innerhalb der letzten drei Jahren zu dem wichtigsten Informationsdienst im weltumspannenden Internet geworden. Das ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß das WWW die Möglichkeit bietet, Texte, Grafiken, Video- und Tondokumente auf relativ einfache Art dem Anwender zur Verfügung zu stellen. Für den Wissenschaftler hat sich somit ein neues Medium zur schnellen und effektiven Informationssuche und zugleich zur Verbreitung wissenschaftlicher Arbeiten aufgetan.

Ein zentrales Problem bei der Vermittlung wissenschaftlicher Informationen im WWW ist allerdings die chaotische Struktur des Internet mit einer Vielzahl existierender Informationsmöglichkeiten von sehr unterschiedlichem Umfang und Qualität.

Traditionelle Kartensammlungen müssen sich demnach zu Geographischen Fachinformationszentren entwickeln, wenn sie ihrer Aufgabe weiter gerecht werden wollen. Gerade für raumbezogene Daten (und das ist längst nicht nur Kartenmaterial) ist es notwendig geworden, entsprechende Fachinformation anzubieten. Neben den oben genannten Inhalten gilt es vorzuhalten:

Aus der Informationsflut des Internet die relevanten Informationen herauszufiltern und Bewertungsschemata für eine qualitative Beurteilung der Informationen zu treffen, stellt dabei eine große Herausforderung dar.

Das DFG-Projekt 'Fachinformation im Internet' - Allgemeiner Projektinhalt und Projektziele
Im Jahre 1995 erschien ein Positionspapier der DFG Elektronische Publikationen im Literatur- und Informationsangebot wissenschaftlicher Bibliotheken, worin u.a. gefordert wird, die modellhafte Entwicklung, Bereitstellung und Fortführung (Pflege) von Navigationsinstrumenten und Navigationsverfahren, insbesondere in SSG-Bibliotheken und in Zentralen Fachbibliotheken einschließlich des fachspezifischen Einsatzes hierfür im Netz verfügbarer Instrumente voranzubringen.

Um dieser Anforderung gerecht zu werden, wurde von der SUB Göttingen im Oktober 1995 ein Projektantrag 'SSG-Informationssysteme im Internet - ein Konzept für Sondersammelgebiets-Bibliotheken am Beispiel ausgewählter Sondersammelgebiete der SUB Göttingen' an die DFG geleitet.

Das dem Antrag zugrunde liegende Konzept basiert auf der Struktur der Sondersammelgebiete, da davon ausgegangen wird, daß vor allem die Sondersammelgebietsbibliotheken langfristig in der Lage sein werden - und auch die entsprechende Verpflichtung haben - solche Systeme zu pflegen, daß sie aber vor allem bereits, was herkömmliche Informationsmittel und Informationsresourcen angeht, in ihrem Sondersammelgebiet unter den Bibliotheken einen herausragenden Bestand mit speziellen Dienstleistungen für den Benutzer besitzen.

Der Projektantrag ist von der DFG positiv beantwortet worden. Seit dem 01.06.1996 wird an der SUB Göttingen das DFG-Projekt 'SSG-Fachinformation' durchgeführt. Am Beispiel der SSG Geologie, Geographie, Geophysik und Thematische Karten sowie der Reinen Mathematik soll ein WorldWideWeb-basiertes Fachinformationssystem aufgebaut werden.

Die Projektgruppe der SUB Göttingen - bestehend aus den zuständigen Fachreferenten, 2 wissenschaftlichen Mitarbeitern und 4 Hilfskräften - hat für das Konzept der Fachinformationsführer folgende Zielvorstellung formuliert:

Das System soll einen benutzerorientierten Einstieg zu den wichtigsten Informationsquellen für das jeweilige Fach bieten. Zugleich soll es die spezifischen Möglichkeiten und Dienstleistungen einer SSG-Bibliothek integrieren und neben Nachweisen auch die Bestellung/Lieferung von Dokumenten (elektronischen und konventionellen) ermöglichen.

Informationsquellen erschließen primäre Informationen. Sie umfassen dabei sowohl elektronische Online-Informationen (Internet), Offline-Informationsquellen (CD-ROM etc.) als auch gedruckte Medien. Es wird dabei der Zugang zu diesen Quellen angegeben, wobei er bei elektronischen Informationsquellen ggf. direkt erfolgen kann, bei gedruckten Medien ggf. über eine Online-Bestellung bei der SSG-Bibliothek. Das SSG-Fachinformationssystem kann damit als umfassendes 'Expertensystem' für den Einstieg bei der Suche nach fachspezifischen Informationsquellen fungieren.

Das SSG-Fachinformationssystem stellt ein Metainformationssytem dar, das nicht den Anspruch erhebt, vorhandene große Directories (z.B. Earthnet Info Server, Earth Science journals online) oder Suchmaschinen (wie alta vista, Yahoo!) zu ersetzen, sondern eine qualitativ bewertete, ausgewählte Menge an Informationsquellen erschließen möchte. Es bietet damit einen spezifischen Service an, der sich an den Bedürfnissen wissenschaftlich arbeitender Nutzer orientiert, und der zusätzlich zu umfassenden Suchsystemen eine eigene Form der umfassenden Erschließung von Informationsquellen anbietet.

Die Sprache des SSG-Fachinformationssystem ist englisch. Eine deutsche Version wird alternativ angeboten.

Die Struktur des SSG-Fachinformationssystems
Um das WWW-basierte Fachinformationssystem für alle SSG-Fächer nutzbar zu halten, wird eine einfache und einheitliche Benutzeroberfläche und intern gegliederte Struktur angeboten. Dabei werden pro Fach vier Einstiegsmöglichkeiten angeboten:


1. Ebene '
Homepage' des SSGs

a)
Dienste des SSGs

b)
lokale Suchmaschine

c)
fachspezifische Suche
Fachlich gegliederte Informationsquellen

d)
formale Suche
Formal gegliederte Informationsquellen


2. Ebene


Beschreibung des SSGs, Dokumentlieferdienste, Online-Katalog, ...


Suche nach Schlagworten, Klassifikationen, formalen u. fachspezifischen Kriterien


Themenbereiche des SSGs


Informationsanbieter und Diskussionsforen, primäre Informationsquellen, sachliche Auskunftsmittel, Literaturauskunftsmittel, Internet-Tools;
online, offline, gedruckt


3. Ebene

     


eventuell fachspezifischer Suchschlüssel, lokalitätsbezogener Suchschlüssel, ...


SSG-übergreifend

SSG-spezifisch

  1. Dienste der SSG-Bibliothek
    Die Dienste der SSG-Bibliothek sind eng verknüpft mit den fachspezifischen Leistungen für das jeweilige SSG. Daher werden hier die geowissenschaftlichen Sondersammelschwerpunkte vorgestellt mit Angaben zu Personal und Adressen, Erläuterungen des Erwerbungskonzeptes und Texten zur Geschichte der Sammlung

    Dann folgt die Darstellung der allgemeinen Dienste der Bibliothek und der speziellen Dienste für das SSG: Hinweise und Links auf den lokalen Online-Bibliothekskatalog, Hinweise und Links auf (Online)-Current-Contents-Dienste der Bibliothek, Darstellung der klassifikatorischen Hilfsmittel zur Bestandserschließung wie z.B. die Göttinger Onlineklassifikation (GOK), Basisklassifikation für den GBV (BK), Dewey Decimal Classification (DDC) usw., Neuerwerbungslisten Geowissenschaften I und II und Karten und Atlanten, Spezialkataloge, Dartstellung der Möglichkeiten von Direktbestellungen und Schnellieferdiensten (Gauss) über gelbe Post, Telefon/Telefax, e-mail oder Internet (ARIEL).

  2. Direkte Eingabe von Suchbegriffen und Klassifikationscodes
    Über eine lokal eingerichtete Suchmaschine wird die Möglichkeit angeboten, direkt nach Begriffen und Notationen zu recherchieren. Der Nutzer kann eine Suchanfrage mit Hilfe eines Formularblattes an das Fachinformationssystem stellen. Daraufhin liefert das System eine dynamisch generierte HTML-Datei zurück. Das bedeutet zugleich ein breiteres Suchspektrum, da eine Suchanfrage auch fachübergreifend erfolgen kann.

  3. Fachlich gegliederte Informationsquellen
    Um dem Nutzer gezielt zu einer Information über Auskunftsmittel zu einem speziellen Thema zu führen, soll eine erste Einstiegsmöglichkeit über die Gliederung der Fachdisziplin angeboten werden. Dazu scheint die hierarchische Strukturierung der Fachdisziplin hilfreich zu sein, die aus Gründen der Übersichtlichkeit aber nicht zu sehr in die Tiefe gehen darf. Sinnvollerweise orientiert sich die Struktur an einem Klassifikationssystem, um über die Notationsstruktur die automatische Generierung der Listen zu ermöglichen.

    Ein einheitlicher Ansatz für die fachliche Gliederung in den verschiedenen Wissensgebieten ist jedoch nicht zu formulieren. Es liegt im Ermessen des jeweiligen SSG, eine wissenschaftlich anerkannte fachspezifische Klassifikation oder ein bibliothekarisches Universalklassifikationssystem zu verwenden.

    Für die Geowissenschaften, Geographie und Thematische Karten existiert keine international anerkannte Klassifikation. Deshalb orientiert sich die fachliche Gliederung an der lokalen Systematik des SUB Göttingen (GOK).

    Der wichtigste Aspekt für die Gliederung ist die Übersichtlichkeit für den Nutzer. Um ihm langes Blättern zu ersparen, darf die einzelne Seite nicht zu viele Einträge enthalten. Je nach der Größe der Teilmenge an Dokumenten an einer Systemstelle kann es zur weiteren Differenzierung sinnvoll sein, auf der darunter liegenden Ebene eine Gliederung nach formalen Kriterien vorzunehmen.

  4. Formal gegliederte Informationsquellen
    Um den Nutzer gezielt zu einer Information über spezielle Auskunftsmittel zu führen, soll eine zweite Einstiegsmöglichkeit über die Gliederung nach formal geordneten Auskunftsmitteln z.B. Wörterbücher, Enzyklopädien, Faktendatenbanken, Adressbücher, Diskussionslisten angeboten werden. Diese Gliederung ist SSG-übergreifend definiert und umfaßt 42 Dokumentarten. Es müssen aber nicht alle Dokumentarten auch tatsächlich besetzt werden. Innerhalb der formalen Gliederung besteht die Möglichkeit in den jeweiligen Kategorien zwischen online, offline und gedruckten Informationsquellen zu wählen.

Inhaltliche Konzeption
Die Informationsquellen werden in qualitiativer Auswahl erschlossen, d.h. es werden die wichtigsten, wissenschaftlich relevanten Materialien erfaßt und nach einem einheitlichen Schema beschrieben. Auf diese Weise soll der unübersichtliche Informationsraum des Internet sowie die Fülle des gedruckten Materials für den Benutzer in übersichtlicher Form erschlossen werden. Über jede Informationsquelle stehen dem Benutzer Bewertungen zur Verfügung, bevor er auf sie zugreift.

Die ausführlichere inhaltliche Beschreibung einer Informationsquelle erfolgt mittels eines kurzen Textes bzw. mittels Deskriptoren und Schlüsselwörtern. Stehen vom Herausgeber oder Autor einer Informationsquelle verfaßte Abstracts oder vergebene Keywords zur Verfügung, werden diese Fremdleistungen übernommen.

Um eine aussagekräftige Einordnung der Informationsquelle in den Kontext der jeweiligen Wissenschaftsdisziplin - besonders auch im Hinblick auf die Auflistung in der fachlichen Gliederung des HTML-Baumes - zu ermöglichen, wird zusätzlich eine klassifikatorische Sacherschließung (Auswahl nach der allgemeinen Akzeptanz in der betrefffenden Wissenschaft) angegeben. Für die SSG Geologie, Geophysik, Geographie und Thematische Karten wird als Hauptklassifikationssystem die GOK verwendet.

Die allermeisten der gedruckten Informationsquellen und zahlreiche Offline-Datenbanken sind in der SUB Göttingen selbst vorhanden. Entsprechende Titeldatensätze mit der GOK liegen somit bereits vor. So können für diesen Teil der Dokumente die Daten der Sacherschließung voll übernommen werden. Als weiteres Klassifikationssystem kann aus dem gleichen Grund auch die BK und die verbale Erschließung mit normierten Schlagworten mitgeführt werden. Schließlich stehen für einen Großteil dieser Dokumente als Sacherschließungsfremdleistung die Daten der DDC zur Verfügung

Für die Klassifkationssysteme ist bei Bedarf ein Mehrfacheintrag möglich, so daß eine Informationsquelle mit mehreren sachlichen Schwerpunkten auch unter den jeweiligen fachlichen Systemstellen angezeigt werden kann.

Die Bewertung der Qualitätsmerkmale einer Informationsquelle soll mit einem unkomplizierten Bewertungsschema alternativ zur alphabetischen Ordnung die Sortierung der Informationsquellen nach ihrer Wertigkeit erlauben. Wie die verschiedenen Initiativen und Diskussionsforen im Internet zeigen, ist es jedoch schwierig, allgemeingültige Bewertungskriterien für die unterschiedlichen Arten der Quellen zu definieren, ohne in komplizierte Arbeitsabläufe oder an Kompetenzgrenzen zu geraten.

Deshalb wollen wir eine beurteilende Beschreibung möglichst einfach gestalten. In einer ersten Testphase soll für die geowissenschaftlichen und kartographischen Quellen die Aussagefähigkeit eines Bewertungsschemas nach den formalen Kriterien

und den inhaltlichen Kriterien

überprüft werden. Mit einem 3-stufigen Wertungsprinzip soll dabei aus der Aufsummierung der Punkte die Informationsquellen entsprechend der Punktzahl sortiert werden.

Das Format des Fachinformationssystems und seine Nutzeroberfläche
Das Fachinformationssystem basiert auf der HTML-Version 3.2. Im Mai 1996 wurde dieser Standard offiziell verabschiedet und hat dabei die Vorgängerversion um wenige Elemente - sogenannte Tags - erweitert. Unter anderem ist nun die Einbindung von Tabellen aufgenommen worden.

Für eine verbesserte Übersichtlichkeit beim Browsen im Fachinformationssystem wird die z.Zt. noch nicht im HTML 3.2 implementierte Framestruktur verwandt. Dabei helfen Navigatoren, die sich in einem solchen Frame (Fenster) befinden, bei der Orientierung innerhalb des Fachinformationssystems.

Beim Aufbau des Fachinformationssystems wird im ersten Stadium eine statische HTML-Baumstruktur eingerichtet, d.h. es werden HTML-Dateien erzeugt, deren Inhalt und Aussehen festgelegt sind. Das hat den Vorteil, daß der Nutzer anhand eines Leitsystems zu der gewünschten Informationsquelle geführt wird.

Für die Zukunft ist zusätzlich der Einsatz einer lokalen Suchmaschine in Kombination mit einer Datenbank geplant. Diese Datenbank kann z.B. durch die im Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) eingesetzte PICA-Datenbank gestellt werden oder mit Allegro-Unterstützung aufgebaut werden.

Da das Fachinformationssystem eine Vielzahl an Informationen vorhält und diese in unterschiedliche Kategorien (bibliographische, fachspezifische, statistische Daten) unterteilt werden können, wird von Beginn an eine datenbankähnliche Struktur innerhalb der HTML-Dateien eingehalten.

Für diese Informationsquellen steht ein Formular mit 20 Feldern zu Verfügung, das von den Fachreferenten ausgefüllt wird und alle bibliographischen und bewertenden Kriterien enthält, die auch dem Nutzer zugänglich sind.

Wichtig für den Einstz der HTML-Dateien ist deren Nähe zu zukunftsweisenden und offenen Strategien. Konzepte dazu sind im WARWICK-Containerprinzip und im DUBLIN Core-Schema zu finden. Somit werden auch im Fachinformationssystem sämtliche Daten über die Informationsquellen in die Meta-Tag-Struktur übernommen. Der Vorteil liegt in der späteren Indexierbarkeit der Daten. Dies kann automatisiert durch den Einsatz von Software geschehen, die bestimmte Server des Internet durchsucht (ähnlich den klassischen Searchengines). Der Suchende kann schon bevor er auf die eigentliche Informationsquelle zugreift, eine ausführliche und bewertende Information bekommen.

Ausblick
Das Projekt setzt auf die Entwicklung eines zentralen WWW-Einstiegsservers für die SSG-Bibliotheken im Projekt WEBIS der SUB Hamburg auf. Die Verknüpfung der beiden Projekte führt zum Aufbau eines umfassenden Fachinformationssystems auf alle Wissensgebiete, die durch das Spektrum der Sondersammelgebiete abgedeckt werden können.

Außerdem können die Sondersammelgebiete damit auch im Rahmen möglicher Kooperationen im Kontext einer kooperativen Pflege und Weiterentwicklung solcher Systeme fungieren. Ausgehend von ihrer Verpflichtung und ihrer Infrastruktur sollten vor allem die SSG-Bibliotheken langfristig in der Lage sein, solche Systeme aufzubauen und zu pflegen.

Um für den Fachinformationsführer Geowissenschaften und Thematische Karten den Anforderungen der Wissenschaft gerecht zu werden, wird eine Abstimmung mit den Fachwissenschaftlern und Bibliothekaren angestrebt. Zum einen beinhaltet das die Diskussion der inhaltlichen Konzeption des SSG-Fachinformationssystems insbesondere im Hinblick auf die inhaltliche Bewertung einer Informationsquelle. So wäre z.B. bei der inhaltlichen Bewertung eine Kooperation mit Expertengremien über eine Mailing-Liste denkbar. Zum anderen sind die Möglichkeiten der kooperativen Auffüllung solcher Fachinformationssysteme zu diskutieren. Das bedeutet, die Publikation wissenschaftlich relevanter Informationsquellen im Internet sollte von den Autoren/Herausgebern für die Integration in ein Fachinformationssystem entsprechend indexiert werden. Hier wäre auch eine fachlich koordinierte Hilfestellung bei der Erstellung von HTML-Meta-Dokumenten (Formulare) denkbar. Entsprechend vorbereitete Informationsquellen können dann an das Fachinformationssystem gemeldet werden.

Für den Austauch zu diesen Themen haben wir eine Diskussionsliste (email-Liste) eingerichtet. Um sich in dieser Liste eintragen zu lassen und somit an der Diskussion teilnehmen zu können, muß man einmalig eine Mail an die email-Adresse schicken:

ssgfi@www.sub.uni-goettingen.de

Als Inhalt (body) dieser Mail sollte folgender Text auftauchen:

subscribe GEO-SSG eigener Vorname Nachname
Beispiel: subscribe GEO-SSG Klaus Weber

Das Subject-Feld der Mail sollte nach Möglichkeit nicht ausgefüllt werden. Nach erfolgreicher Anmeldung (Suskription) erhält man eine Mail als Antwort mit einer Kurzbeschreibung der Diskussionsliste. Die eigentlichen Diskussionsbeiträge müssen dann an die Listenadresse

GEO-SSG@www.sub.uni-goettingen.de
geschickt werden


Anmerkungen
CIOLEK, T. Matthew (1996): Quality Information Systems - Catalogue of Potent Truisms, a collaborative gathering thoughts and ideas.

DEUTSCHE FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT, Unterausschuß für die Sondersammelgebiete (1985): Überregionale Literaturversorgung : Index der Sondersammelgebiete. Bonn. Deutsche Forschungsgemeinschaft. 94 S.

DEUTSCHE FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT, Bibliotheksausschuß (1995): Elektronische Publikationen im Literatur- und Informationsangebot wissenschaftlicher Bibliotheken. Bonn. Deutsche Forschungsgemeinschaft. 24 S.

ENDERLE, Wilfried (1996): DFG-Projekt "SSG-Fachinformation".
In: Bibliotheksdienst, Berlin, 30, 1996, S. 1715-1771.

ISO 8879 (1986). Information processing -- Text and office systems -- Standard Generalized Markup Language (SGML).

HAKALA, Jule, Ole Husby and Traugott Koch (06.04.1996): WARWICK framework and Dublin Core set provide a comprehensive infrastructure for network resource description.

KLAPROTH, Frank und Norbert Pfurr (1996): DFG-Projekt "SSG-Fachinformation im Internet"; am Beispiel der Geowissenschaften. Beitrag zur Veröffentlichung im Festband zum 60-zigsten Geburtstag von Klaus Weber.
In: Zeitschrift für Geologische Wissenschaften, Berlin, 24, 1996.

LAGOZE, Carl, Clifford Lynch and Jr. Ron Daniel (24.06.1996): The Warwick Framework. A Container Architecture for Aggregating Sets of Metadata.

RUSCH-FEJA, Diann (1996): Informationsvermittlung, Informationsretrieval und Informationsqualität im Internet.
In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie (ZfBB), Frankfurt, 110, 1996.

W3 CONSORTIUM (1996): The Structure of HTML 3.2 Documents.

W3 CONSORTIUM (1996): The W3 Consortium Announces HTML 3.2


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