Ligue des Bibliothèques Europeénnes de Recherche, Groupe des Cartothécaires de LIBER
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Die Aufbewahrung von Karten in Hängemappen. Erfahrungen mit der vertikellagerung von Karten in der Kartensammlung der ETH-Bibliothek Zürich
Jürg Bühler, ETH -Bibliothek Zürich, Kartensammlung
© LIBER and author
Published from: Bulletin Ligue des Bibliothèques Europeénnes de Recherche, 37(1986)
SUMMARY
RÉSUMÉ
Die Kenntnis verschiedener Lagerungsmöglichkeiten von Karten gehört zum Grundwissen eines Kartenkurators. Auch wenn keine Planung der eigenen Kartensammlung ansteht, werden Kartenkuratoren oft als Fachleute auf die Lagerungsmethoden von Karten und das zugehörige Mobiliar angesprochen.
Traditionell und wohl auch am meisten verbreitet ist die Aufbewahrung von ungefalteten Karten in Schubladenschränken. Erst in den Fünfzigerjahren fand die Vertikaliagerung von Karten größere Aufmerksam keit. Jetzt brachte auch die Industrie wegen der steigenden Nachfrage nach Planschränken geeignetes Mobiliar auf den Markt.
Als Vorteile der Vertikallagerung werden genannt:
- der bessere Zugang zu den einzelnen Kartenblättern bei der Entnahme und Einsortierung,
- die bessere Ausnützung des Magazirumes (bei gleichem Fassungsvermögen benötigt der Hangeschrank nur etwa die Hälfte der Stellfläche des Schubladenschrankes; allerdings können bei den Schubladenschränken oftmals 2 Einheiten aufeinandergestellt werden, so daß dieser Vorteil doch relativiert werden muß).
Als Nachteile werden aufgeführt:
- das problematische Lagern großformatiger Kartenblätter,
- die fehlenden Ablageflächen wegen der sich nach oben offnenden Schränke.
Ob Karten in Hängemappen oder in Schubladenschränken schonender aufbewahrt werden können, wird in der Literatur unterschiedlich beurteilt.
Generell sind 2 Arten von Vertikallagerung zu unterscheiden:
- das 'Beutelverfahren' mit Einlegen der Karten in Hängemappen,
- das Aufhängeverfahren mittels eines an die Karten angebrachten Trägerbandes.
Als Mobiliar wurden in den Sechzigerjahren verschiedene Modelle angeboten. Die Auswahl hat sich aber, vermutlich wegen sinkender Nachfrage, bis heute drastisch reduziert. So sind für das ‚Beutel- verfahren' heute praktisch nur noch die Pohlschröder-Schränke mit verschiedenformatigen Hängemappen erhältlich.
I. Funktion und Einrichtung der Kartensammlung der ETH- Bibliothek
Die Kartensammlung der ETH-Bibliothek Zürich ist eine Spezialsammlung für thematische Karten und neuere topographische Kartenwerke. Heute weist sie einen Bestand von ca. 220.000 Einheiten (Karten, Büicher, Atlanten, Reliefs, Globen) auf. Sie gliedert sich erstens in einen zentralen Kartenlesesaal mit einer ca. 3.000 Werke umfassenden thematischen Handbibliothek, zweitens in einen Arbeitsbereich füir 5 Mitarbeiter und drittens in einen Magazinteil. Das Hauptmagazin ist von der Sammlung räumlich etwas abgetrennt.
Die Magazingestaltung ist weitgehend durch die örtlichen Verhältnisse geprägt. Im zur Verfügung stehenden Dachstockraum mit zum Teil abgeschrägter Decke und einer relativ geringen Bodenbelastbarkeit ist ein Aufeinanderstellen von Schubladenschränken nicht denkbar. Die beste Raumausnützung ergibt sich damit durch die Moblierung des Magazins mit Hangeschränken und mit darüber hangenden, an der Decke befestigten Doppelgestellen für Faltkarten, sowie einer kleinen Anzahl von Schubladenschränken unter der Dachschräge (mit dem Vorteil der Öffnung nach vorne statt nach oben) (Fig. 1).
Fig. 1
lm Magazinteil des Kartenlesesaals findet sich eine platzsparende Kombination von Hangeschräanken, Büchergestellen füir Faltkarten und Atlantengestellen (Fig. 2)
Fig. 2
Das Magazinmobiliar für die Aufbewahrung von ca. 300.000 Einheiten besteht aus:
- 85 Kartenschränken mit Hängemappen (‚Hängeschränke')
- 12 Schubladenschränke
- 420 m Gestelltablaren für Faltkarten und Bücher
- 3 Rollengestellen
Die wichtigste Aufbewahrungsart bildet damit das Lagern von PlanoKarten in Hängemappen.
II. Der Kartenschrank mit Hängemappen
Fig. 3
Für die Vertikallagerung der ungefalteten Karten steht folgendes Mobiliar zur Verfügung:
- Pohlschröder-Hängezeichnungsschrank 5200, mit Hängemappen verschiedener Tiefe: (Fig.3)
- Hängetasche 5211 (A0, 92x130 cm)
- Hangetasche 5212 (A1, 66x130 cm)
- Stufentasche 5216, mit 4 Abteilen verschiedener Tiefe (AO, Al, A2, A3)
Die Hängeeinrichtung des Schrankes erlaubt ein Einhangen von 35 Hängemappen. Eine wichtige Funktion erfüllt dabei die Mappenhalterung: Um ein Ausbuchten der gefüllten Mappen und ein Abrutschen der Kartenblätter zu verhindem, wird die Hangemappe in ca. 15 cm Tiefe beidseitig von einer Halterung fixiert. Diese Halterung preßt die Mappe zusammen, sofern diese nicht zwecks Benutzung aufgeklappt wird. (Fig. 4).
Fig. 4
III. Die Formatgruppen der Plano-Karten in Hangermappen
PIano-Karten müssen auf Grund ihrer stark variierenden Formate zur Aufbewahrung in verschiedene Formatgruppen eingeteilt werden.
Bei der Aufbewahrung in Hängemappen ist die Wahl der Formatgruppen von entscheidender Bedeutung: Die Qualität des Aufbewahrungs-systems kann dadurch schwanken von ‚sehr gut' bis ‚fast unbrauchbar'.
a) Formatgruppenbildung nach dem Angebot an Hängemappen
Grundsätzlich muß die Zahl und Grösse der Formatgruppen anhand des vorhandenen Aufbewahrungsmobiliars festgelegt werden. Bei der Vertikallagerung der Karten hängt sie weitgehend vom Angebot an Hängemappen verschiedener Tiefe ab.
Bei der Einrichtung der Kartensammlung standen zur Verfügung:
- Große Hängemappen fütir das Format A0 (Tiefe 93 cm)
- Stufenmappen mit 4 Abteilen A0/A1/A2/A3 (Tiefen 93/66/48/35 cm) gedacht zurAufbewahrung kleinerer Karten.
Unter Einbezug einer Platzreserve von mindestens 3 cm zwischen Oberkante der Mappe und Kartenblatt wurden damit die folgenden Formatgruppen festgelegt:
- Format 1: 90-60 cm (Höhendifferenz 30 cm)
- Format 2: 60-45 cm (Höhendifferenz 15 cm)
- Format 3: 45-30 cm (Höhendifferenz 15 cm)
- Format 4: 30-15 cm (Höhendifferenz 15 cm)
Bald zeigte sich der große Nachteil dieser Einteilung: In der größten Formatgruppe mit den Karten zwischen 90 und 60 cm Höhe befand sich die Oberkante der kleinsten Karte rund 30 tiefer als jene der größten Karte. Die zur Identifikation notwendige Signatur war dadurch nicht mehr sichtbar, die Karte ‚verschwand' in der Tiefe der Mappe. Die Oberkanten zahlreicher Karten lagen zudem unterhalb der Fixierhalterung der Hängemappe in 15 cm Tiefe. Sie konnten dadurch kaum mehr aus der Mappe hervorgeholt werden, da die Mappenoffnung bei der Halterung deutlich kleiner ist als eine Faustbreite (Handstellung beim Fassen der Karte ). Die kleineren Karten wurden so oftmals nicht gefunden, bei der Entnahme beschädigt oder heim Einsortieren anderer Blätter an einen anderen Standort verschoben. Nach etwa einem Jahr Praxis mußte daher die Formatgruppeneinteilung der Plano-Karten überdacht und revidiert werden.
b) Theoretisch optimale Formatabstufung bei Hängemappen-Aufbewahrung
Werden Karten in Hängemappen aufbewahrt, stehen die Kartenblätter in der Mappe auf ihrer Unterkante. Die Oberkanten der verschiedenen Karten (und damit Signatur und Titel) befinden sich daher in unterschiedlicher Höhe. Diese Höhendifferenzen dürfen innerhalb der gleichen Mappe nicht zu stark differieren, will man die Karte gut auffinden und mittels Signatur identifizieren. Zudem können Karten, welche nicht bis zur metallenen Mappenhalterung in 15 cm Tiefe hinaufreichen, nur mit viel Mühe der Mappe entnommen werden.
Damit ergibt sich die klare Bedingung: Innerhalb einer Mappe darf der Unterschied zwischen der größten Karte, welche knapp unter der Mappenoberkante liegt, und der kleinsten, welche mindestens bis zur Metallhalterung reicht, nicht mehr als 15 cm betragen.
Die Einteilung in Formatgruppen von Plano-Karten muß daher durch eine lineare Abstufung von 15 zu 15 cm erfolgen. Die Zuteilung der Karte in eine der Formatgruppen geschieht auf Grund ihres Höhenmaßes. In der Breite dagegen ist keine Differenzierung notwendig, doch darf hierbei einer Mappenbreite von 130 cm generell das Maß von 125 cm nicht überschritten werden.
Ausgehend vom größten Format, das in Hängemappen aufbewahrt wird (A0, 90 x 125 cm), können nun die Formatgruppen wie folgt festgelegt werden:
- Format 1: Höhe 90-75 cm
- Format 2: Höhe 75-60 cm
- Format 3: Höhe 60-45 cm
- Format 4: Höhe 45-30 cm
- Format 5: Höhe 30-15 cm
Diese Abstufung in fünf Formatgruppen hat sich während der letzten 15 Jahre in der Kartensammlung der ETH-Bibliothek bewährt; sie kann füir die Aufbewahrung von Karten in Hängemappen als optimal bezeichnet werden.
c) Anpassung des Aufbewahrungsmobiliars (Hängemappen)
Für die neue Formatgruppen-Einteilung wird nun folgendes Mappen-material verwendet:
- Format 1: Hängemappe 5211 (A0, 93 cm tief)
- Format 3: Hängemappe 5212 (A1, 66 cm tief)
- Format 4: Hängemappe 5214 (A2, 48 cm tief)
- Format 5: Hängemappe 5213 (A3, 35 cm tief)
- Format 2: (78 cm tief) Auf dem Markt fand sich kein geeignetes Produkt.
Die Mappen für diese Formatgruppe werden daher in der Kartensammlung selbst hergestellt, indem eine größere Hängemappe (A0) durch Faltung entsprechend gekürzt wird (Fig. 5).
Die Befestigung des Falzes mit Leinwandklebestreifen bat sich dabei nicht bewäihrt. Besser ist eine Fixierung mit einer Anzahl Bostich-Klammern, welche zur Verhinderung einer Beschädigung der Karten von innen nach außen durch den Leinwandstreifen der Hängemappen-Oberkante geschlagen werden.
Die Stufenmappen mit vier Abteilen für verschiedene Formatgruppen haben sich in diesem Aufbewahrungssystem nicht bewährt (Vermisschung der Formatgruppen, Auseinanderreißen von Kartenwerken, welche mehrere Mappen beanspruchen). Sie werden in etwas abgeänderter Fprm aus Spargründen noch für die kleinen Formate 4 und 5 eingesetzt.
Fig. 5
d) Bilanz
Die Lagerung der Planokarten in Hängemappen ist optimal bei einer Gliederung in 5 linear abgestufte Formatgruppen mit den Obergrenzen 90, 75, 60, 45 und 30 cm.
IV. Die Signatur
Das Aufbewahrungssystem großer Bibliotheken richtet sich meist nach dem Prinzip des Numerus currens, mit welchern verhindert wird, daß immer wieder einzelne Materialgruppen wegen Platzmangel verschoben werden müssen. Auch große Spezialsammlungen suchen hier denselben Weg zu gehen, indem sie ihr Material nicht durch systematische Aufstellung, sondern ausschließlich über verschiedene Kataloge erschließen.
Bei Kartenmaterial ist ein reiner Numerus currens undenkbar, muß doch wegen der großen Formatunterschiede eine Gliederung in Formatgruppen stattfinden (PIano-Karten, Faltkarten, gerollte Karten, Reliefs etc.). Nach dieser ersten Gliederung nach Format stellt sich aber die Frage, ob eine weitere systematische Gruppeneinteilung nach Sachgebiet oder Region sinnvoll sei, oder ob dies allzuviele Materialgruppen mit Speicherplatzproblemen mit sich bringen würde.
In der Kartensammlung der ETH-Bibliothek wird, abgesehen von der Aufteilung in Formatgruppen, der Weg des Numerus currens beschritten. Damit sind die Karten nicht direkt im Magazin, sondern sachlich und regional über Kataloge aufzufinden. Die Signatur ist eine
reine Standortangabe. Sie besteht aus der Angabe ‚TH' (Technische Hochschule), ‚K' (Kartensammlung) und einer nachfolgenden 6stelligen Zahl. Mit der ersten Ziffer dieser Zahl wird die Unterteilung in die verschiedenen Formatgruppen angezeigt:
- 1-5: Plano-Karten, Format 1-5
- 6: FaItkarten
- 7: Gerollte Karten
- 8: Fremdbestande
- 9: DreidimensionaIes Kartenmaterial
Für die 5 Formate der Planokarten ist die Signatur wie folgt aufgebaut:
TH K213011:D5
Nach der Bezeichnung‚ ‚Kartensammlung' (K) und der Formatgruppe (2) folgt die zweistellige Schranknummer (13) und die Landnummer (011). Bei Kartenwerken wird nach einem Doppelpunkt die Blattnummer beigefügt (:D5)
V. Die Einordnung der Karten
Die Reihenfolge der Häangemappen erfolgt nach Formatgruppen: Zuvorders die Mappen der Formatgruppe 1 in numerischer Reihenfolgen, dann die der Formatgruppen 2, 3, 4 und 5.
Mit Sichtreitern auf den Hängemappen wird angezeigt, welche Signaturen in der betreffenden Mappe aufbewahrt werden (Fig. 6, 7).
Fig. 6
Fig. 7
Der Füllstand der einzelnen Schränke und Mappen wird auf einem Kontrollblatt überwacht. Bei verschieden großen Einzelkarten werden pro Mappe 30 Karten, bei Kartenwerken mit einheitlichem Format 50 Karten eingeplant.
Für laufende Kartenwerke wird in den Hängemappen in der Regel so viel Platz offengelassen, wie das abgeschlossene, vollständige Werk einmal benötigen wird. Die Karten werden in der Regel im Querformat in die Hängemappen eingeordnet, da sie sich so in stabilerer Lage befinden. Die Position des Kartenbildes und des Titels spielen dabei keine Rolle. So bestimmt das kleinere Maß der Karte jeweils die Formatgruppen-Zugehörigkeit (Fig. 8, Normalfall).
Liegt das kleinere Maß sehr ungünstig (an der Untergrenze der Formatgruppe), kann eine Hochkantstellung in Betracht gezogen werden (Fig. 8, Spezialfall).
Fig. 8
Bei Kartenwerken mit gleichformatigen Kartenblättern können zur Platzeinsparung oft 2 Kartenstapel nebeneinander in die Mappe eingeordnet werden, sei es in Quer- oder in Hochformatlagerung (Fig. 9).
Fig. 9
VI. Grenzen der Vertikallagerung von Karten
Alle kleineren Formate köannen problemlos in Hängemappen untergebracht werden. Aber auch die Karten größeren Formats, bis zum Format A0, lassen sich in der Regel ohne jede Schwierigkeit vertikal magazinieren. Die diesbezüglichen Befürchtungen von Prof. Meynen haben sich glücklicherweise in den 15 Jahren praktischer Anwendung nicht bewahrheitet. Es gibt aber einige Kategorien von Karten, für welche die Vertikallagerung in Mappen einige Probleme mit sich bringt.
a) Großformatige Karten aus weichem oder sehr dünnem Papier
- Beispiel für dünnes Papier: Carte de France 1:25 000
- Beispiel füur weiches Papier: Photokopierte Übersichtspläne
Diese Karten rutschen in der Mappe gerne nach unten, verbiegen sich, werden von nachfolgenden Blättern eingeklemmt und zerknittern dadurch beim Versuch, sie der Mappe zu entnehmen. Die Gefahr ist bei schwach gefüllten Mappen am größten. Durch starkes Füllen der Mappen, Verwenden von Kartoneinlagen oder einmaliges Falten der Karten kann Abhilfe geschaffen werden.
b) Karten auf altem, brüchigem Papier
Die Ränder der Karten auf brüchigem Papier werden beim Einsortieren neuer Karten leicht beschädigt. Dagegen ist das Reißen des Materials bei der Entnahme dank der Aufklappvorrichtung der Mappe weniger groß als bei der Lagerung in Schubladen. Karten auf altem, brüchigem Papier, welche meist nicht oft verlangt werden, sollen daher nicht mit vielbenutzten neuen Karten oder mit laufenden Kartenwerken verrnischt werden. Sie sind mit Vorteil in separaten Mappen zu ‚archivieren'.
c) Breite Kartenformate
Karten, welche annähernd so breit sind wie die Hängemappen, können durch leichtes Verschieben des ganzen Kartenstapels im Laufe der Zeit über den seitlichen Rand der Mappe hinausragen. Beim Entnehmen werden diese Kartenblätter dann oft von der Mappenhalterung verletzt. Ein Schutzabstand von einigen Zentimetem ist auf alle Fä1le ratsam. Bei Grenzfällen erweist sich ein einmaliges Falten der Karte meist als die schonendere Lagerungsweise.
d) Alte wertvolle Karten
Alte wertvolle Karten werden in der Regel ‚archiviert', nicht magaziniert. Die Aufbewahrung geschieht in Schubladenschränken, wobei die Werke zusätzlich in angepaßGte Mappen gelegt werden.
e) Zusatzblätter zu Karten mit stark abweichendem Format
Oft werden den thematischen Karten noch Zusatzblätter beigegeben, welche ein bedeutend kleineres Format aufweisen. Um sie trotzdem zu dem Grundblatt einordnen zu können, werden sie in eine dafür angefertigte Tasche gelegt, deren Qffnung in der Tiefe dem Format des Zusatzblattes entspricht. Die Gesamthöhe der Tasche ist der des Grundblattes angepaßt, so daß sie in der Hängemappe auf gleiche Höhe zu stehen kommt (Fig. 10).
Fig. 10
VII. Bewertung der Vertikallagerung von Karten
Generelle Nachteile sind nach 15 Jahren Praxis keine sichtbar geworden. Bei einigen wenigen Kategorien von Karten (bei großformatigen Karten auf weichem oder sehr düunnen Papier, bei Karten auf brüichigem Papier und bei wertvollen alten Karten) sind jeweils besondere Maßnahmen zu treffen.
Als Ablagefläache eignen sich Hangeschränke im Gegensatz zu Schubladenschränken nur bedingt, müssen sie doch nach oben geöffnet werden. Befürchtungen, daß diese Lagerungsmethode für großformatige Karten ungeeignet sei, haben sich dagegen als falsch erwiesen. Die Formatunterschiede der Karten sind ebenfalls unerheblich, sofern eine lineare Abstufung der Formatgruppen von 15 zu 15 cm eingehalten wird.
Das Einlegen und die Entnahme der Karten in Hängemappen geht sehr schnell, bedeutend schneller als bei Schubladenschränken oder bei der Vertikallagerung mit Aufhängevorrichtung. Dies ist für eine Sammlung mit relativ großer Benützungsfrequenz von nicht zu unterschätzender Bedeutung.
Es müssen keine Aufhängevorrichtungen an den Karten angebracht und keine zusätzlichen Einlegemappen beschriftet werden, was eine große Zeitersparnis bedeutet. Dank der Aufklappvorrichtung der Mappen ist das Einlegen einzelner Kartenblätter vollig problemlos. Einordnungsfehler sind damit weitgehend ausgeschaltet. Die Karten werden durch das Aufklappen der Mappen beim Einlegen und bei der Entnahme geschont. Die Beschädigungsgefahr ist dadurch minimal. Die Lagerungskapazität ist eher großer als bei Schubladenschränken, sofern dort die wegen der Benützungsfreundlichkeit festgelegte Grenze von 50 Karten nicht überschritten wird. Ob die Lagerung von Plano-Karten in Hängemappen derjenigen in Schubladenschränken überlegen ist, gilt es nicht zu entscheiden. Jede Sammlung muß in dieser Hinsicht wohl ihren eigenen Weg finden, geprägt durch die Art des zu verwaltenden Materials und die baulichen Gegebenheiten der Samrnlung. Sicher und durch die Praxis erhärtet ist jedoch, daß die Lagerung von Karten in Hängemappen eine gute Methode der Aufbewahrung von Plano-Karten jeglichen Formats ist und günstige Bedingungen für den Arbeitsablauf in der Kartensammlung schafft.
Literatur
- Engel, Franz: ÜJber das Ordnen und Verzeichnen von historischen Karten und Plänen (Göttingen 1958) (=Veröffentlichungen der Niedersäichsischen Archivverwaltung, 9).
- Meynen, Emil: Die wissenschaftliche Kartensammlung: Grundsätzliches und Hinweise (Bad Gadesberg 1966) (=Kartensarnmlung und Kartendokumentation, 1.)
- Kahlfuss, Hans-Jürgen: Zentrale Kartensammlungen an westdeutschen Hochschulen. Vorschläge für eine koordinierte Erwerbung und Verwaltung der Bestande (Bad Godesberg 1967) (=Kartensarnmlung und Kartendokumentation, 2.).
- The storage and conservation of maps. A report prepared by a committee of the Royal Geographical Society, 1954 (1955) (=The Geographical Journal, 71).
- Bahn, Catherine: Map libraries: Space and equipment (Washington, D.C. 1961) (=Library of Congress. Geography and Map Division, Bulletin, 46).
- Hill, J. Douglas: Map and Atlas Cases 1965) (=Library Trends, 13, July 1964-April 1965).
- Drazniowsky, Roman: Map Librarianship. Reading: Storage and Preservatian (Ca- therine I. Bahn) (Metuchen, N. J. 1975).
- Larsgaard, Mary: Map Librarianship, an introduction: Care, storage and repair af maps (Littleton, Ca. 1978).
- Nichols, Harald: Map Librarianship: Storage (London 1976/1982).
- Zittel, Bernhard: Aufbewahrung von Karten und Plänen in Stahlschränken. In: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayem, 10 (1964) 66-68.
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